Die Galerie Paul Scherzer präsentiert „searching for silence“, die zweite Einzelausstellung der Hallenser Künstlerin Hanna Sass. Ihre Werke sind geprägt von gestischer Kraft, abstrakter Formensprache und einem experimentellen Umgang mit Material. Die Ausstellung wird am 7. März 2026 um 19 Uhr eröffnet und ist bis zum 11. April 2026 zu sehen.

Hanna Sass, geboren 1985 in Berlin, lebt und arbeitet in Halle (Saale). Seit 2024 leitet sie die grafischen Druckwerkstätten der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Ihr künstlerischer Weg führte sie von der Tischlerei über ein Studium der Malerei an der Burg Giebichenstein bis hin zur Meisterschülerin bei Prof. Paul McDevitt. Ihre Arbeiten wurden bereits in renommierten Institutionen wie der Tisa-Stiftung gezeigt.
In „searching for silence“ präsentiert Hanna Sass eine Auswahl aktueller Werke, die durch ihre gestische Herangehensweise und den experimentellen Umgang mit Material bestechen. Die Künstlerin beschreibt ihren Prozess als eine ständige Suche: „Meine Kunst entsteht in einem Prozess, den ich immer wieder beginne und in dem ich Dinge entdecke, verfolge oder verwerfe. Die Idee eines Vorhabens entwickelt sich in meinem Körper, als innerer Impuls, ein vages Gefühl, eine Ahnung.“

Ein zentrales Motiv in Sass’ Werk war lange der Kopf, zunächst als erkennbare Malerei von Menschen, die sie emotional geprägt haben. Im Laufe der Zeit löste sich die konkrete Erinnerung auf, der Kopf wurde zum Symbol, dann zur abstrakten Form. „Jetzt arbeite ich bei meinen Holzschnitten und Radierungen komplett frei, ohne Motiv. Es geht um den Moment und das Einfühlen in mich und den Augenblick. Das Material soll aufgebrochen werden und in Erscheinung treten.“
Ein besonderer Fokus der Ausstellung liegt auf der Fotoreihe „searching for silence“. Hier kehrt Sass zum Motiv des Kopfes zurück, diesmal in analoger Schwarz-Weiß-Fotografie. Mit Langzeitbelichtung, Bewegung des Models und der Bearbeitung der Negative entstand eine Serie von sieben Bildern (1 x 1 m), die auf matten Fotopapier gedruckt und auf Alu-Dibond kaschiert wurden. „Die starke Körnung des Filmes und die Dimension der Abzüge lassen die Fotos wie Kohlezeichnungen oder Druckgrafiken wirken. Einzelne Körperteile sind erkennbar, doch größtenteils umhüllt von Schwarz, eine Suche nach Stille in einer lauten Welt.“

Die Bilder zeigen den Menschen im Mittelpunkt, aber kaum sichtbar. „Es geht um Verletzlichkeit, Isolation und die Sehnsucht nach Zugehörigkeit.“, so die Künstlerin. Die Fotoreihe thematisiert die heutige Sehnsucht nach Ruhe und die Frage, wie wir uns in einer überfordernden Welt verorten.